Die Heimat des Taj Mahals – Sonst gibt es nichts in Agra?

Eingang Taj Mahal

Agra, eine für indische Verhältnisse kleinere Stadt ca. 250 km südwestlich von Delhi, bietet nicht nur das berühmte Taj Mahal, sondern auch noch ein schönes rotes Fort. Ist das Taj Mahal die einzige Sehenswürdigkeit in Agra? Ist Agra wirklich die Heimat des Taj Mahals und sonst nichts? Eine zentrale Frage, die wir in diesem Artikel beantworten. 

Eingang Taj Mahal
Vom Eingang aus hat man einen atemberaubenden Blick auf das Taj Mahal

Taj Mahal – Eintauchen in eine andere Wel

Das Taj Mahal ist von drei Seiten (Osten, Süden und Westen) aus zu erreichen. Der Eintritt kostet für ausländische Besucher 750 Rupien und für Einheimische nur 20 Rupien (Stand: Dezember 2016).

An jedem Freitag ist das Taj Mahal für Besucher geschlossen und nur die Moschee, links neben dem Taj Mahal gelegen, ist für Gläubige zugänglich. Dies gilt es unbedingt zu beachten, da man sonst vor verschlossenen Toren steht.

Unser Fahrer fuhr uns, nach Anleitung unseres für diesen Tag organisierten Guides, an das Tor im Westen, da sich hier die Besuchermassen in Grenzen halten sollen und man recht schnell und ohne Umwege bis zum Eingang gefahren werden konnte. Der Fahrer musste sein Auto auf einem entfernten Parkplatz abstellen. Von dort aus fuhren wir mit einem kleinen Golf-Kart vom Besucher-Parkplatz bis an den Eingang. Man hätte es auch laufen können, das war uns jedoch zu weit. Ersatzweise kann man auch bequem mit dem TukTuk, einer Rikscha oder eine Kutsche bis zum Eingang nehmen.

Gründlicher Check am Eingang

Jeder Besucher muss sich am Eingang einem gründlichen Check unterziehen, ehe er das Gelände betreten darf. Hier ist darauf zu achten, dass keine spitzen Gegenstände, Kaugummis oder ähnliche Dinge mitgenommen werden dürfen. Das Taj Mahal muss ständig ausgebessert werden, da viele Touristen (oder Einheimische) sich nicht daran halten. Auf einigen Bildern ist deshalb auch ein Gerüst zu sehen. Eine Grundrestaurierung fand Anfang des 20. Jahrhunderts statt.

Alles in allem hat unser Besuch ca. drei Stunden in Anspruch genommen, wobei man auch gerne noch mehr Zeit dort verbringen kann.

Je früher desto besser!

Um den großen Besuchermassen aus dem Weg zu gehen, sollte das Taj Mahal in den Morgenstunden besucht werden, je früher, desto besser. Mit jeder Stunde, die verging, konnten wir einen deutlichen Anstieg der Besuchermassen beobachten. Außerdem wird je nach Sonneneinstrahlung der weiße Marmor sehr warm und es ist sehr hell, sodass eine Sonnenbrille empfehlenswert ist.

Das rote Fort von Agra

Der oben bereits erwähnte Preis von 1.500 Rupien, der unser Guide gekostet hat, ist für den ganzen Tag.

Somit haben wir mit ihr auch das rote Fort von Agra besucht. Das Fort bietet einen  schönen Blick auf das Taj Mahal und war für den Erbauer des Taj Mahals eine Art Gefängnis. Hier verbrachte Jahan die letzten 7,5 Jähre seines Lebens, bis er dort auch verstarb.

Wieso der Erbauer des Taj Mahals eingesperrt wurde?

Jahan wurde größenwahnsinnig und wollte der Legende nach auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses ein schwarzes Taj Mahal bauen. Dieses sollte dann nach seinem Tod sein eigenes Grabmahl werden. Als er von seinem dritten Sohn an der Macht abgelöst wurde, lies dieser ihn -aufgrund seines Größenwahns- im roten Fort von Agra einsperren.

Taj Mahal und das rote Fort an einem Tag

Das Fort an sich kann an einem Tag locker mit dem Taj Mahal kombiniert werden. Der Eintritt kostet für ausländische Besucher 250 Rupien und für einheimische Besucher 10 Rupien. Neben schön verzierten Räumen, wird auch der Innenhof täglich gepflegt.

Der Balkon (also das Gefängnis von Jahan) ist für Besucher leider gesperrt, man kann ihn jedoch von der Seite aus sehen und hat einen Eindruck davon, welch ein Blick der Erbauer des Taj Mahals auf sein Meisterwerk gehabt haben muss.

Ein weiteres rotes Fort gibt es auch in Delhi. Uns wurde gesagt, dass dieses ähnlich aufgebaut ist, allerdings weniger gut erhalten und zum größten Teil für Besucher gesperrt ist. Daher ist es empfehlenswert, eher das rote Fort in Agra zu besichtigen, wenn man die Möglichkeit dazu hat.

Mehtab Bagh – Sunset-Point

Um den Tag abzurunden fuhren wir zum so genannten „Sunset-Point“, den Mehtab Bagh, von dem man einen super schönen Blick von der gegenüberliegenden Seite des Flusses auf das Taj Mahal hat.

Dieser Punkt liegt exakt gegenüber dem Taj Mahal und laut unserem Guide sind hier auch die Fundamente für das schwarze Taj Mahal zu sehen. Leider ist dieser Platz in keinem guten Zustand, da die Zäune und Begrenzungen nicht von jedem Besucher eingehalten werden.

Für das weitläufige Areal muss ebenfalls wieder Eintritt entrichtet werden. Ausländische Besucher bezahlen 100 Rupien und einheimische Besucher wieder 10 Rupien.

Vor dem Eintrittstor versuchen viele Händler und Souvenir-Verkäufer die schnelle Rupie zu machen und man wird regelrecht belagert. Hier sollte man sich in Acht nehmen, am besten nicht stehen bleiben und die aufdringlichen Verkäufer ignorieren. Natürlich nur, wenn man nichts kaufen möchte 😉

Die Geschichte des Taj Mahals am besten von einem Guide erzählt bekommen

Der Mogulherrscher Shah Jahan erbaute das Taj Mahal zum Gedenken an seine dritte Frau, die 1631 bei der Geburt des 14. Kindes (!) gestorben war. Ein Jahr nach ihrem Tod begann er mit dem Bau des Gesamtkomplexes, der im Jahr 1653 fertiggestellt worden ist.

Um das Taj Mahal und dessen Geschichte zu verstehen, empfiehlt sich ein Guide, der uns 1500 Rupien am Tag gekostet hat.

In unserem Fall hat sie sich viel Zeit genommen, uns alles erklärt und uns die schönsten Plätze im Garten des Taj Mahals gezeigt. Um das Taj Mahal aber richtig auf sich wirken zu lassen, sollte eine, besser sogar zwei Stunden eingeplant werden, damit man das Gelände auf eigene Faust erkunden kann.

2 Meinungen zu “Die Heimat des Taj Mahals – Sonst gibt es nichts in Agra?

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