Inhaltsverzeichnis
Yangon (ehemals Rangun) ist die größte Stadt in Myanmar und hat derzeit ca. 5,2 Millionen Einwohner (Offizieller letzter Stand von 2014). Sie ist die ehemalige Hauptstadt von Myanmar.
Seit 2005 ist Naypyidaw (Übersetzung „Heimstatt der Könige“) die Hauptstadt von Myanmar, da die damalige Regierung Angst vor weiteren Aufständen in Yangon hatte. Wir haben euch aus unserer Sicht die wichtigsten Dinge zusammengefasst, die man in Yangon gesehen haben sollte und welche man getrost auslassen kann.
Asiatische Stadt ohne komplett Roller? Fast!
Die Besonderheit an Yangon ist, dass aufgrund der damaligen Aufstände eigentlich keine Roller erlaubt sind. Nur vereinzelt sieht man Roller im Umland, jedoch haben wir keinen einzigen Roller in der Innenstadt von Yangon gesehen. Dies ist außergewöhnlich für eine asiatische Großstadt, aber auch eine willkommene Abwechslung. Im Vergleich dazu hupt es hier umso mehr.
Dennoch staut sich der Verkehr auf den vielen Kreuzungen und man muss aufpassen, dass man nicht von den Autos umgefahren wird. Was nun besser ist, überlassen wir euch 😉
Nun aber zu den Sehenswürdigkeiten in Yangon
Shwedagon Pagode – Absolutes muss!
Die Shwedagon Pagode ist mehr als 2.500 Jahre alt und wurde auf dem Singuttara Hügel in Yangon erbaut. Der Eintritt in die weitläufige Anlage kostet für ausländische Besucher seit dem 01.12.2017 nicht mehr 8.000 Kyat, sondern nun 10.000 Kyat pro Person (ca. 6,12 Euro).
Um diese Pagode ranken sich etliche Legenden und Mythen. Fakt ist, dass die Pagode mehrfach von Erdbeben erschüttert worden ist und auch die Spitze bei einem Erdbeben einstürzte (1768). Die Spitze wurde jedoch wieder aufgebaut.
Die Plattform, auf der die Pagode erbaut wurde, ist vollkommen mit Marmorplatten ausgelegt. Auf diesen Platten gibt es „Laufteppiche“, die in der Mittagssonne bei Weitem nicht so heiß werden wie die Marmorplatten.
Da man barfuß (wie fast überall in Myanmar) unterwegs ist, bekommt man auch am Abend keine kalten Füße. Ein schönes Schauspiel ist die tägliche Reinigung durch Gläubige, die ein Mal um die gesamte Pagode kehren.
Den Aufstieg über eine Rolltreppe
Der Aufstieg zur Pagode kann entweder über Treppen, einer Rolltreppe oder einen Aufzug geschehen. Die Rolltreppen sind zwar schon in die Jahre gekommen, funktionieren aber tadellos. Die Aufzüge waren im Dezember 2017 beide außer Betrieb.
Am Eingang kann man seine Schuhe in Kisten/Fächer/Regale stellen. Diese werden dann mit einer Nummer versehen und am Ende des Besuchs durch ein paar Kyat wieder ausgelöst. Man muss zwar nichts für diesen Dienst bezahlen, jedoch wird das von den „Schuhaufpassern“ gerne gesehen. Wir haben gerne ein paar Kyat bezahlt.

In der Swedagon Pagode wird die eigene Kleidung auch einer strengen Prüfung unterworfen. Schulter und Knie müssen unbedingt bedeckt sein. Ein Schlitz im bodenlangen Rock wurde penibel mit Sicherheitsnadeln geschlossen, damit auch nicht beim Gehen oder Treppensteigen ein klitzekleines Stück des Knies sichtbar war.
Schön anzusehen und anzuhören ist auch, wenn die Mönche und Gläubigen zur Pagode beten/singen. Dieser ständig wiederkehrende Gesang zeigt wie tiefgründig der Glaube ist.
Bitte achtet darauf, dass ihr nicht zwischen die Pagode und die betenden Personen tretet. Hier zeigt ihr euren Respekt, wenn ihr wartet und die Gläubigen nicht stört. Auf keinen Fall sollen auch Füße, zum Beispiel beim Sitzen, in Richtung der Pagode oder Budda-Statuen zeigen.

Wir haben uns nachmittags auf den Weg zur Pagode gemacht und sind bis nach Sonnenuntergang geblieben, um die Atmosphäre und die beeindruckende Umgebung auf uns wirken zu lassen. Der Sonnenuntergang ist ein ganz eigenes Naturschauspiel hoch oben über Yangon.
Sule Pagode – Kann, muss aber nicht besichtigt werden
Die Sule Pagode befindet sich mitten im Herzen der Stadt. Um die Pagode herum führt ein mehrspuriger Kreisel, vor dem man sich in Acht nehmen sollte. Gerade aufgrund der Lage ist die Sule Pagode ein ausgezeichneter Orientierungspunkt und jeder Taxifahrer kennt diese Pagode.
Es gibt vier Ein- bzw. Ausgänge (zu jeder Himmelsrichtung einer) zur Pagode. Der Eintritt in die Sule Pagode beträgt 4.000 Kyat pro Person (ca. 2,45 Euro), wobei man wieder ein paar Kyat mehr einrechnen kann für die „Schuhaufpasser“. Die Pagode an sich ist bei weitem nicht so beeindruckend wie die Shwedagon Pagode, dennoch kommen beten hier viele Einheimische und legen Opfer an die verschiedenen Statuen.
Wie bereits erwähnt ist die Pagode vergleichsweise klein und man hat sie schnell besichtigt. Man kann, muss sie aber nicht besichtigen. Wäre sie nicht so zentral gelegen, hätten wir die Pagode höchstwahrscheinlich nicht besucht. Die Wege und das Treiben um die Pagode herum sind fast spannender als die Pagode selbst.
Nachtmärkte – Sehr authentisch und empfehlenswert
Etliche kleine Märkte (meist Essensmärkte) befinden sich unweit der Sule Pagode, gleich beim Maha Bandula Park. Wir probierten uns zwar durch wenige Stände, aber all das, was wir gegessen haben, war sehr lecker und wir haben es super vertragen.
Was wir nicht probiert haben ist eine Art „Fondue“ mit heißem Wasser, in dem man sich das Gemüse oder Fleisch selbst garen kann. Dies war uns dann doch etwas suspekt und wir ließen davon die Finger. Vielleicht kann uns davon jemand berichten, der es probierte?
Ansonsten ist vieles genießbar, einiges aber auch kein kulinarischer Hochgenuss. In Erinnerung, leider in negativer Hinsicht, ist uns eine Pomelo Verkäuferin, die darauf hingewiesen hat, wie süß doch Ihre Pomelos sind.
Leider entpuppte sich die Pomelo als alles andere als süß. Sicherlich kann man das Obst vorher auch probieren, bevor man welches kauft. Sehr lecker war eine Art süßer Pfannkuchen mit den allgegenwärtigen roten Bohnen und einer karamellartigen Soße, der ganz am Ende des Markts verkauft wurde.
Auch wenn man nichts essen möchte, ist allein das Schlendern durch die Marktstände und das Beobachten des bunten Treibens schon den Weg wert. Hier essen vor allem Einheimische, auch in großen Gruppen.
Markthalle – Bogyoke Aung San Market – Super für Mitbringsel
In dieser Markthalle wurde geshoppt was das Zeug hält. Viele fliegenden Händler bieten hier ihre Waren zu einem unschlagbaren Preis an. Achtet jedoch auf die Qualität und lasst euch nicht über den Tisch ziehen.
Auch das Handeln ist hier möglich, wobei man recht schnell merkt, ob man mit dem Verkäufer, oder der Verkäuferin, handeln kann oder nicht.
Dementsprechend sind auch die Preise, wenn man handeln kann, eigentlich viel zu hoch angesetzt. Übertreibt es aber nicht mit dem Handeln, sonst werden auch die freundlichen Birmesen ganz schnell nicht mehr allzu gut auf euch zu sprechen sein.


Church of the Holy Trinity
Unweit der Markthalle (Bogyoke Aung San Market) befindet sich die Church of the Holy Trinity in Yangon. Diese Kirche wurde nach achtjähriger Bauzeit im Jahre 1894 fertiggestellt und ist für uns ein Zeichen der Toleranz.
Das Land Myanmar, in dem der überwiegende Teil der Bevölkerung nach dem buddistischen Glauben lebt und nur ca. 5-6% nach dem christlichen Glauben, zeigt in Yangon, wie ein Zusammenleben funktionieren kann.
Wenn ihr in der Nähe seid gerne, ansonsten nicht zwingend notwendig
Zwar verirrt sich kaum ein Tourist in die Kirche, dennoch kann man einen Abstecher dorthin unternehmen. Es sieht zwar von außen so aus, als wäre das Eingangstor verschlossen, jedoch kann man einfach hindurch spazieren und sich die Kirche in Ruhe anschauen. Eintritt kostet diese Kirche, auch für ausländische Touristen, nicht.

Botathaung Pagode
Hier kann man fast sagen, dass der eigentliche Weg zur Pagode beeindruckender und sehenswerter ist, als die Pagode selbst. Nachdem wir in der Sule Pagode waren, haben wir einen kleinen Spaziergang zur Botathaung Pagode unternommen. Zum Glück sind wir nicht mit dem Taxi gefahren.
Der Weg ist das Ziel

In den Abendstunden ist der Weg gesäumt von zahlreichen kleinen Essens-Ständen. An vielen davon sind wir neugierig stehen geblieben und haben uns mal hier und mal da etwas zum Probieren gekauft. Auf unserem Weg zur Botathaung Pagode wurde es allmählich dunkel, was uns jedoch nicht weiter störte. Wir hatten zu keinem Zeitpunkt Angst um unsere Sicherheit.


An der Pagode angekommen, wurden wir in ein provisorisches „Kassenhaus“ geleitet. Dieses ist einzig für die ausländischen Besucher errichtet worden. Selbst zu später Stunde (gegen 18:30 Uhr), waren noch etliche Besucher und Einheimische in der Pagode. Der Eintritt ist mit 6.000 Kyat (3,67 Euro) pro Person im Vergleich zu den anderen Sehenswürdigkeiten etwas zu hoch.

Leider war auch die gesamte Pagode unter einem Art Teppich eingepackt, sodass man die gesamte Schönheit der Pagode nur erahnen konnte.
Der Gang, der im Inneren der Pagode verläuft, ist bis zur Decke mit Blumen- und sonstigen Mustern verziert. Diese Muster wurden mit Blattgold überzogen und schimmern in einer tollen Farbe. In der Mitte der Pagode kann man auf ein Gefäß blicken, in dem ein Budda-Haar aufbewahrt wird.

Leider sind weitere kleinere Sehenswürdigkeiten hinter dicken Gittern und Glasscheiben verpackt, durch die man nicht so gut durchblicken kann. Schade eigentlich.

Ein Angriff eines Käfers konnte in dieser Pagode erfolgreich abgewehrt werden. Da man auch hier barfuß unterwegs ist, zwickte er mir in den Zeh. Da kann man ziemlich erschrecken 😉
Börse von Myanmar
Eine nicht alltägliche „Sehenswürdigkeit“ ist die Börse von Myanmar, die unscheinbar und recht klein in Yangon seine Heimat hat. Man kommt ohne Probleme als Besucher in die Börse, muss lediglich seinen Namen und seine Adresse in einer Liste eintragen. Was mit dieser Liste geschieht wird mir jedoch immer ein Rätsel bleiben.
Spart euch diese Sehenswürdigkeit
Im Inneren war nicht wirklich viel los. Einige Arbeiter räumten Stühle von A nach B, gehandelt wurde dem Anschein nach jedoch nicht wirklich. Unterm Strich kann man sich das Gebäude auch sparen 😉

People Park
Der People Park ist nicht weit von der Swedagon Pagode entfernt. Aufgrund der räumlichen Nähe haben wir den Besuch miteinander verbunden, auch weil er in unserem Reiseführer sehr positiv bewertet wurde. Von hier aus kann man auch die Shwedagon Pagode, die hoch oben auf dem Berg trohnt, bewundern. Dieser Anblick ist fantastisch, rechtfertigt aber noch lange nicht den Besuch im People Park.
Spart euch das auch 😉
Der Park ist eine Art in die Jahre gekommener Freizeit- und Themenpark und kostet 500 Kyat Eintritt pro Person (Stand: Dezember 2017). Im Eintritt enthalten sind auch die „Fahrattraktionen“, wobei wir uns auf die Achterbahnen und sonstigen Fahrgeschäften nicht einzusteigen getraut hatten. Was sehr negativ in Erinnerung hängen geblieben ist, dass Bänke kaputt, der Park an sich verdreckt ist und teilweise die Bauten stark renovierungs-bedürftig sind.
Hier haben wir nicht Mal Bilder gemacht 😉
Pingback: Phnom Penh - Sehenswert oder nicht? - Die Reiselust